In Amsterdam stehen mehr Fahrräder, als Menschen in der Stadt wohnen, und auf zwei Rädern sehen Sie an einem Tag mehr von der Stadt als auf jede andere Weise.
Warum gerade das Fahrrad
Für die Amsterdamer ist Radfahren weder Sport noch Hobby, sondern schlicht der schnellste Weg, irgendwohin zu gelangen.
Die Stadt ist dafür gebaut: die Innenstadt aus dem siebzehnten Jahrhundert mit ihren schmalen Straßen und Grachten war nie für Autos gedacht. Für Fußgänger und Radfahrer funktioniert sie dagegen hervorragend.
Schneller als die Alternative: innerhalb des Rings sind Sie mit dem Rad fast immer früher da als mit Tram oder Taxi, erst recht im Berufsverkehr.
Günstiger als der Nahverkehr: ein Tag Fahrradmiete kostet etwa so viel wie eine Tageskarte für den öffentlichen Nahverkehr, doch Sie steigen nirgends um und halten, wo Sie wollen.
Flach und übersichtlich: Amsterdam kennt keinen nennenswerten Hügel, und nahezu überall verlaufen eigene rote Radwege.
Auch aus der Stadt hinaus: mit der kostenlosen Fähre hinter dem Amsterdam Hauptbahnhof sind Sie im Nu in Amsterdam-Noord, und von dort radeln Sie mühelos in die Polderlandschaft.
Ein Fahrrad mieten
Verleiher gibt es in der ganzen Stadt, am dichtesten rund um die touristischen Knotenpunkte.
Wo Sie fündig werden: rund um den Amsterdam Hauptbahnhof, den Leidseplein und den Dam sitzen die meisten Verleiher, oft nur wenige Schritte voneinander entfernt.
Was es kostet: rechnen Sie mit etwa 15 bis 20 Euro für einen ganzen Tag. Viele Verleiher bieten auch einen Tarif ab drei Stunden, und wer mehrere Tage mietet, zahlt pro Tag deutlich weniger.
Kaution und Ausweis: nahezu überall müssen Sie eine Kaution hinterlegen oder einen Ausweis dalassen. Fragen Sie vorab nach den Bedingungen bei Schaden oder Diebstahl und erwägen Sie die angebotene Versicherung.
Mehr als ein Stadtrad: neben gewöhnlichen Hollandrädern gibt es Tourenräder, Tandems, Kinderräder, Lastenräder, E-Bikes und Tretroller. Für die Grachten selbst ist ein Tretboot die Alternative.
Wählen Sie unauffällig: die knallbunten Mieträder mit großen Logos sind sofort als Touristenrad erkennbar. Ein neutrales Rad fällt weniger auf, bei Mitverkehrsteilnehmern wie bei Dieben.
Vor der Abfahrt prüfen: testen Sie Bremsen, Klingel und vor allem die Beleuchtung. Das Bußgeld für Fahren ohne Licht trifft Sie, nicht den Verleiher.
Für die Fahrradvermietung in Amsterdam empfehlen wir die folgenden Anbieter:
MacBike Bike Rental
Mieten Sie ein Fahrrad und holen Sie das Beste aus Ihrer Zeit in der Stadt heraus. Radeln Sie einfach von einem Wahrzeichen zum nächsten, entlang an den wunderschönen Grachten, durch das künstlerische Viertel Jordaan, das berühmte Rotlichtviertel und durch den herrlichen Vondelpark. Sie können auch aus der Stadt herausfahren und einen Ausflug durch die schönen ...
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Amsterdamer fahren schnell und setzen voraus, dass Sie die Regeln kennen. Selbstverständlich sind die nicht, wenn Sie hier noch nie geradelt sind.
Der rote Asphalt ist eine Fahrbahn: Radwege sind kein verbreiterter Gehsteig. Stellen Sie sich nie darauf, um ein Foto zu machen, denn das verursacht die meisten Beinahe-Zusammenstöße der Stadt.
Rechts hat Vorfahrt: an Kreuzungen ohne Schilder oder Ampeln gewähren Sie allem Vorfahrt, was von rechts kommt, auch anderen Radfahrern.
Strecken Sie die Hand aus: vor dem Abbiegen zeigen Sie mit dem Arm die Richtung an. Alle tun es, und man verlässt sich darauf.
Licht ist Pflicht: nach Sonnenuntergang brauchen Sie vorn und hinten Beleuchtung. Die Polizei kontrolliert das aktiv, besonders im Winter, und das Bußgeld beträgt 75 Euro.
Handy in die Tasche: das Handy beim Radfahren in der Hand zu halten ist verboten, auch zur Navigation. Das kostet 170 Euro, der höchste Betrag auf dieser Liste.
Bei Rot fahren: kostet 120 Euro. Amsterdamer tun es bisweilen, legal wird es dadurch nicht.
Vorsicht vor Straßenbahnschienen: überqueren Sie sie stets schräg, in einem weiten Winkel. Geraten Sie gerade hinein, blockiert Ihr Vorderrad und Sie stürzen unweigerlich.
Gruppenräder sind verboten: mit einem Bierbike oder vergleichbaren Gruppenrad dürfen Sie im Zentrum nicht fahren, das Bußgeld beträgt 230 Euro.
Kein Helm nötig: Niederländer fahren so gut wie nie mit Helm, und eine Helmpflicht gibt es nicht. Möchten Sie dennoch einen, fragen Sie beim Verleiher danach.
Ihr Rad abstellen und sichern
Fahrraddiebstahl ist in Amsterdam ein ernstes Problem, und Mieträder sind ein beliebtes Ziel.
Immer zwei Schlösser: nutzen Sie das Rahmenschloss und das Kettenschloss, und sichern Sie das Rad mit dem zweiten Schloss an einem Pfosten, Geländer oder Fahrradständer. Ein Rad, das an nichts festgemacht ist, wird schlicht hochgehoben.
Wo Sie es unterbringen: unter dem Hauptbahnhof liegt eine riesige unterirdische Fahrradgarage, die in den ersten 24 Stunden kostenlos ist. Auch am Museumplein, am Leidseplein und bei den Märkten gibt es bewachte Abstellanlagen.
Nicht einfach überall: in Teilen des Zentrums ist es untersagt, das Rad außerhalb der Ständer abzustellen. Falsch geparkte Räder werden aufgeschnitten und ins Fahrraddepot gebracht, was Sie Zeit und Geld kostet.
Kaufen Sie nie ein Rad auf der Straße: wird Ihnen auf der Straße ein billiges gebrauchtes Rad angeboten, ist es so gut wie sicher gestohlen. Der Kauf ist strafbar.
Lassen Sie nichts zurück: nehmen Sie Taschen und Wertsachen stets mit, auch aus dem Korb vorn.
Ruhiger radeln: auf der Prinsengracht und der Keizersgracht fährt wenig Autoverkehr, sie sind daher am angenehmsten. Der Vondelpark und die Kais in Amsterdam-Noord sind noch ruhiger.
Radtouren mit Führung
Lieber nicht selbst den Weg suchen? Nahezu jeder Verleiher bietet auch geführte Touren an.
Was Sie bekommen: ein erfahrener Guide erzählt unterwegs von der Stadt und bringt Sie an Orte, die Sie selbst kaum finden würden. Meist dauert eine solche Tour zwei bis drei Stunden.
Themenrouten: es gibt historische Stadttouren, eine Jordaan-Tour, Architekturrundfahrten, kulinarische Touren und sogar Picknickfahrten aufs Land.
Angenehm für Anfänger: wenn Sie noch nie in einer belebten Stadt geradelt sind, ist eine Tour eine sichere Art, sich an den Verkehr zu gewöhnen, bevor Sie allein losfahren.
Vorab reservieren: in der Hochsaison sind die beliebtesten Touren schnell ausgebucht.
Radfahren außerhalb der Stadt
Hinter der Stadtgrenze beginnt die flache Polderlandschaft, für die die Niederlande bekannt sind.
Das Knotenpunktnetz: die Niederlande haben Tausende Kilometer ausgeschilderter Radrouten, bei denen Sie schlicht von nummeriertem Knotenpunkt zu Knotenpunkt fahren. Ihre Route stellen Sie unterwegs selbst zusammen.
Beliebte Ziele: von Amsterdam radeln Sie an einem Tag nach Volendam, entlang der Amstel Richtung Ouderkerk oder über den Deich nach Muiden.
Die Blumenfelder: zwischen Mitte März und Mitte Mai erblühen die Felder zwischen Haarlem und Leiden, die schönste Zeit für eine Tour außerhalb der Stadt.
Mit dem Zug kombinieren: außerhalb der Stoßzeiten dürfen Sie ein Fahrrad mit einem Fahrradticket im Zug mitnehmen. So radeln Sie in eine Richtung und fahren mit dem Zug zurück.
Achten Sie auf den Wind: die Niederlande sind flach, doch der Wind kann kräftig sein. Fahren Sie möglichst mit Rückenwind zurück.
Karten und Routenplaner
Wer selbst eine Route ausarbeiten möchte, findet gute Hilfsmittel, online wie auf Papier.
Unterwegs am Handy: mit einem Routenplaner legen Sie Ihre Tour vorab fest. Stecken Sie das Handy aber in eine Halterung, denn das Festhalten ist verboten.
Auf Papier: bei vielen Verleihern und beim Touristeninformationszentrum sind Radkarten und Routenführer erhältlich, auch über den Online-Reisebuchladen.