Amsterdam Diamantstadt: Schleifereien, Führungen und Juweliere
Amsterdam trägt den Beinamen Diamantstadt seit Jahrhunderten zu Recht: seit dem sechzehnten Jahrhundert wird hier geschliffen, gehandelt und funkelt es.
Eine jahrhundertealte Tradition
Die Geschichte des Amsterdamer Diamanten beginnt mit der Ankunft von Handwerkern, die anderswo nicht willkommen waren.
Sephardische Wurzeln: im sechzehnten Jahrhundert brachten sephardische Juden, geflohen aus Portugal und Spanien, das Handwerk des Diamantschleifens in die Stadt. Da ihnen das Zunftsystem die meisten Berufe verwehrte, wuchs die Diamantbearbeitung zu einem der wenigen freien Gewerbe und damit zu einer Amsterdamer Spezialität heran.
Weltberühmte Steine: zwei der berühmtesten Diamanten der Welt erhielten hier ihre Form. Der Koh-i-Noor, heute Teil der britischen Kronjuwelen, wurde 1852 in Amsterdam neu geschliffen. Der Cullinan, der größte je gefundene Rohdiamant, wurde 1908 in der Stadt gespalten und bearbeitet.
Eine Industrie im Stadtbild: um 1900 arbeiteten Tausende Amsterdamer in der Diamantindustrie, vor allem im Judenviertel und auf Uilenburg. Die großen Schleifereigebäude, die dort noch stehen, erinnern an diese Blütezeit.
Noch immer lebendiges Handwerk: obwohl der Schwerpunkt des Welthandels sich nach Antwerpen verlagerte, wird in Amsterdam nach wie vor geschliffen und poliert, und die Schleifereien haben sich zu beliebten Sehenswürdigkeiten entwickelt.
Diamantenführungen
Die bekanntesten Diamantbetriebe der Stadt zeigen Besuchern gern, was hinter den Kulissen geschieht.
Kostenlos und ohne Termin: die meisten Führungen sind kostenlos und finden in der Regel zwischen 09.00 und 17.00 Uhr statt. Eine Reservierung ist meist nicht nötig, in der Hochsaison ist es jedoch klug, sich vorab kurz zu erkundigen.
Das Handwerk aus der Nähe: Sie sehen mit eigenen Augen, wie ein Rohstein gespalten, geschliffen und poliert wird, und erhalten Erklärungen zu den vier C, nach denen ein Diamant beurteilt wird: carat, cut, colour und clarity.
Gassan Diamonds: untergebracht in einer denkmalgeschützten ehemaligen Dampfschleiferei in der Nieuwe Uilenburgerstraat, in Gehweite des Zentrums. Die Führungen werden in Dutzenden Sprachen angeboten.
Diamantmuseum: in der Paulus Potterstraat am Museumplein entdecken Sie die Geschichte des Diamanten, mit Repliken berühmter Steine und Erklärungen zum Handwerk.
Gassan Diamonds
Erleben Sie die Faszination von Diamanten bei Gassan Diamonds, einer der renommiertesten Diamantschleifereien im Herzen von Amsterdam. Dieser historische Ort bietet ein einzigartiges Einblick in die Welt der Diamantverarbeitung und -handel. Was erwartet Sie bei Gassan Diamonds? -
Das Diamantenmuseum bietet Besuchern eine einzigartige Gelegenheit, die faszinierende Welt der Diamanten zu erkunden. Dieses Museum, das sich im Herzen einer Stadt befindet, die für ihre Diamantschleifer und -händler berühmt ist, enthüllt die Geheimnisse eines der begehrtesten und bewundertsten Edelsteine der Welt. Was können Sie erwarten? - Reiche Geschichte: ...
Wer mit einem Kauf nach Hause möchte, tut gut daran, sich vorher kurz einzulesen.
Fair kalkuliert, nicht spottbillig: Diamanten sind in Amsterdam nicht zwangsläufig günstiger als anderswo, die Preise sind jedoch recht fair, da Sie direkt bei der Schleiferei kaufen, ohne Zwischenhandel.
Wissen, was Sie kaufen: zu einem Kauf gehört eine ausführliche Beschreibung oder ein Zertifikat, in dem Gewicht, Schliffform, Farbe und Reinheit vermerkt sind. Fragen Sie stets nach diesem Dokument und bewahren Sie es gut auf.
Die vier C: carat (Gewicht), cut (Schliffqualität), colour (Farbe) und clarity (Reinheit) bestimmen zusammen den Wert. Vor allem die Schliffqualität entscheidet darüber, wie stark ein Stein tatsächlich funkelt.
Steuerfrei einkaufen: wohnen Sie außerhalb der Europäischen Union, können Sie die Mehrwertsteuer auf Ihren Kauf oft zurückfordern. Fragen Sie im Geschäft nach den erforderlichen Formularen, bevor Sie bezahlen.
Juweliergeschäfte
Neben den Schleifereien hat Amsterdam eine lebendige Juweliertradition, von internationalen Namen bis zu kleinen Ateliers.
Große Namen: in der noblen P.C. Hooftstraat und rund um den Leidseplein finden Sie internationale Häuser wie Cartier mit den bekannten Kollektionen.
Lokales Handwerk: mindestens ebenso interessant sind die kleineren Juweliere, die authentische Edelsteine anbieten, oft vor Ort von einem lokalen Handwerker bearbeitet.
Antik und Vintage: im Spiegelkwartier beim Rijksmuseum konzentriert sich der Antiquitätenhandel, darunter Geschäfte, die auf antiken Schmuck und alte Schliffformen spezialisiert sind.
Praktische Informationen
Ein paar Tipps, damit Ihr Besuch in der Diamantstadt Amsterdam reibungslos verläuft.
Keine Kaufpflicht: die Führungen sind unverbindlich und informativ angelegt. Sie sind zu nichts verpflichtet, auch wenn die Tour üblicherweise im Verkaufsraum endet.
Auch ohne Kauf lohnenswert: gerade wenn Sie sich für Handwerk oder Geschichte interessieren, ist ein Schleifereibesuch eine der schöneren kostenlosen Aktivitäten in der Stadt.