Johan Cruijff wuchs in einem Arbeiterviertel dreihundert Meter vom Ajax-Stadion entfernt auf und brach von dort aus auf, um den Fußball weltweit zu verändern.
Sein Leben in dieser Stadt
Nahezu alles, was Cruijff zu Cruijff machte, geschah auf wenigen Quadratkilometern in Amsterdam-Oost.
Geboren in Betondorp: am 25. April 1947 kam er in einem Arbeiterviertel zur Welt, das seinen Namen den Betonhäusern aus den zwanziger Jahren verdankt. Das Stadion De Meer lag auf der anderen Straßenseite, wo er als Kind herumhing und kleine Arbeiten verrichtete.
Sein Vater starb früh: als Cruijff zwölf war, starb sein Vater. Seine Mutter arbeitete danach als Putzfrau bei Ajax, was seine Bindung an den Verein noch enger machte.
Debüt mit siebzehn:im November 1964 bestritt er sein erstes Spiel in der ersten Mannschaft von Ajax. Mit dem Verein gewann er dreimal in Folge den Europapokal, 1971, 1972 und 1973.
Totaler Fußball: unter Trainer Rinus Michels entwickelte Ajax eine Spielweise, bei der die Spieler ständig die Positionen tauschten. Cruijff war deren Kopf auf dem Platz.
Barcelona und zurück: 1973 wechselte er nach Barcelona, wo er später auch Trainer wurde und den Grundstein für die Spielweise dieses Klubs legte. Dort starb er am 24. März 2016 im Alter von 68 Jahren.
Betondorp und De Meer
Das Viertel, in dem er aufwuchs, und das Stadion, in dem er spielte, liegen einander gegenüber in Amsterdam-Oost.
Das Geburtshaus: in der Akkerstraat 32 führten seine Eltern einen Gemüseladen, noch erkennbar an den beiden Schaufenstern neben der Haustür. Auf der Scheibe steht ein Ausspruch von ihm mit seiner Unterschrift. Nach dem Tod seines Vaters zog die Familie in die nahe gelegene Weidestraat.
Das Denkmal auf der Brink: erst im Dezember 2021 bekam das Viertel ein Denkmal, auf Initiative der Anwohner. Es ist ein Sockel mit der Nummer 14 und seinen Initialen, darauf ein schwarzer Fußballschuh mit weißen Streifen. In der Nähe liegt ein Cruyff Court, einer der Hunderten Bolzplätze seiner Stiftung.
Stadion De Meer: auf der anderen Seite der Middenweg stand von 1934 bis 1996 das erste eigene Stadion von Ajax, in dem Cruijff seine gesamte Ajax-Laufbahn spielte. Nach dem Abriss entstand dort das Wohnviertel Park de Meer.
Was davon noch zu sehen ist: im Pflaster ist der alte Mittelpunkt markiert, sechs Straßen sind nach europäischen Stadien benannt, in denen Ajax Geschichte schrieb, und es gibt eine Johan Cruijffbrücke.
Das Wandbild: an der Wembleylaan prangt seit 2017 ein großes Porträt von Cruijff des brasilianischen Künstlers Paulo Consentino, enthüllt an dem Tag, an dem er siebzig geworden wäre.
Ein ganz normales Viertel: in Betondorp wohnen Menschen, gehen Sie also ruhig herum. Gerade diese Alltäglichkeit macht deutlich, wie bescheiden sein Start war.
Die Stadien und sein Erbe
Sein Name steht inzwischen auf dem größten Stadion des Landes, doch seine Europapokalabende erlebte er anderswo.
Die Johan Cruijff ArenA: das Stadion öffnete 1996 als Amsterdam ArenA und wurde 2018 nach ihm benannt, zwei Jahre nach seinem Tod. Bei einer Führung kommen Sie in die Kabinen, den Presseraum und den Spielertunnel, und im Stadionmuseum steht die Geschichte von Klub und Spieler im Mittelpunkt.
Das Olympiastadion:De Meer war für europäische Spiele zu klein, weshalb Ajax auf das Olympiastadion in Zuid auswich, gebaut für die Spiele von 1928. Hier fielen die Abende, an denen der Klub dreimal in Folge den Europapokal gewann. Das Baudenkmal ist noch in Betrieb und von außen frei zu besichtigen.
Was er hinterließ: die Cruyff Foundation legt weltweit Bolzplätze an, und bei der ArenA liegt De Toekomst, die Jugendakademie, in der seine Spielweise bis heute gelehrt wird. Aussprüche wie „jeder Nachteil hat seinen Vorteil“ sind im Niederländischen zu geflügelten Worten geworden.
Sein Grab liegt nicht hier: Cruijff starb 2016 in Barcelona und ist dort begraben. In Amsterdam halten das Denkmal in Betondorp und die Statue bei der ArenA sein Andenken wach.
Johan-Cruijff-Route durch Amsterdam
Acht Orte, die alle eine belegbare Verbindung zu seinem Leben haben, von seinem Geburtshaus bis zum Stadion, das seinen Namen trägt.
Akkerstraat 32; 1947 bis 1959
Das Geburtshaus mit dem Gemüseladen seiner Eltern. Privatwohnung, also nur von außen zu besichtigen.
Weidestraat; 1959 bis 1968
Das zweite Haus der Familie, in dem er bis zu seiner Hochzeit mit Danny Coster wohnte.
De Brink; 2021
Das Denkmal im Herzen von Betondorp, entworfen von Steffen Maas.
Cruyff Court Betondorp
Ein Bolzplatz seiner eigenen Stiftung, frei zugänglich und meist in Gebrauch.
Wandbild Wembleylaan; 2017
Das große Porträt von Cruijff in Park de Meer, das bekannteste Bild von ihm in der Stadt.
Park de Meer; 1934 bis 1996
Das Wohnviertel auf dem Gelände des alten Stadions, mit dem im Pflaster markierten Mittelpunkt.
Olympiastadion; 1928
Das Stadion der europäischen Heimspiele aus den siebziger Jahren, heute Baudenkmal.
Johan Cruijff ArenA; seit 2018
Das Stadion, das seinen Namen trägt, mit einer Statue vor dem Eingang und einer Stadionführung.
Über diese Route
Die Route beginnt in dem Viertel, in dem er aufwuchs, und endet bei dem Stadion, das seinen Namen trägt.
Länge und Dauer: etwa 16 Kilometer. Zum Gehen ist das zu viel; mit dem Rad brauchen Sie ungefähr eine Stunde, Pausen nicht eingerechnet.
Nehmen Sie das Rad: die ersten sechs Stationen liegen dicht beieinander in Oost und lassen sich gut erlaufen, doch Olympiastadion und ArenA liegen weit auseinander. Mit einem Mietrad oder dem öffentlichen Nahverkehr ist es gut machbar.
Oder teilen Sie sie auf: die Stationen A bis F bilden zusammen einen kompakten Spaziergang von etwa zwei Kilometern durch Betondorp und Park de Meer, in gut einer Stunde zu schaffen. Die letzten beiden können Sie an einem anderen Tag besuchen.
Anfang und Ende: Sie starten in Betondorp, erreichbar mit Tram 19 oder Bus 41, und enden am Bahnhof Bijlmer ArenA, von wo Metro und Zug zurück ins Zentrum fahren.
Planen Sie die Stadionführung: reservieren Sie die ArenA-Tour vorab und prüfen Sie, ob an dem Tag kein Spiel oder Event stattfindet, denn dann entfällt die Führung.
Am 25. April: an seinem Geburtstag wird er an mehreren Orten der Stadt geehrt, mit Blumen am Denkmal in Betondorp.