Amsterdam ist die teuerste Parkstadt der Niederlande, doch mit einem P+R-Platz am Stadtrand kommen Sie für einen Bruchteil des Preises davon.
Warum Sie das Auto besser stehen lassen
Die Stadt ist bewusst so gestaltet, dass Autofahren unattraktiv ist, und das merken Sie schon vor dem Zentrum.
Ein Labyrinth für Autofahrer: Einbahnstraßen, schmale Brücken, Straßenbahnen, Tausende Radfahrer und Zonen, in denen Parken schlicht verboten ist, machen das Fahren in der Innenstadt zur Geduldsprobe.
Die höchsten Tarife des Landes: auf der Straße im Stadtteil Centrum zahlen Sie 2026 rund 8 Euro pro Stunde. Zum Vergleich: in den Außenbezirken liegt das bei einem Viertel davon oder weniger.
Tag und Nacht kostenpflichtig: im gesamten Zentrum gilt inzwischen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Parkgebühr. Der alte Trick, abends spät oder sonntags kostenlos zu stehen, funktioniert dort nicht mehr.
Dennoch fast eine Million Besucher pro Jahr: die mit dem eigenen Auto nach Amsterdam kommen. Nehmen Sie sich deshalb vorab die Zeit, die Möglichkeiten und Regeln durchzugehen.
P+R: die klügste und günstigste Wahl
Die Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand sind für nahezu jeden Besucher die beste Option.
Was es kostet: kommen Sie werktags nach 10.00 Uhr oder am Wochenende an, zahlen Sie in der Regel 6 Euro pro 24 Stunden. Treffen Sie werktags vor 10.00 Uhr ein, kostet der erste Tag etwa 13 Euro und jeder weitere wieder 6 Euro.
Nahverkehr inbegriffen: im Tarif enthalten sind Fahrkarten ins Zentrum und zurück, für bis zu fünf Personen. Beachten Sie, dass diese Karte je eine Hin- und eine Rückfahrt abdeckt; wollen Sie mehr fahren, kaufen Sie eine Tageskarte.
Die Bedingung, die viele übersehen: Sie müssen tatsächlich mit dem öffentlichen Nahverkehr im Zentrumsgebiet gewesen sein. Der Automat prüft beim Bezahlen, ob Ihr letzter Check-in auf dem Rückweg dort erfolgt ist. Andernfalls zahlen Sie den weit höheren Standardtarif.
Maximal vier Tage: nach 96 Stunden entfällt der Rabatttarif und es gilt der normale Preis.
Schnell in der Stadt: die Plätze liegen an einer Metro-, Tram- oder Bahnhaltestelle, Sie sind also meist in einer Viertel- bis zwanzig Minuten im Zentrum. Schilder an den Autobahnen weisen den Weg.
Wo die P+R-Plätze liegen
Es gibt mehrere Standorte rund um die Stadt, jeder mit einer eigenen Verbindung ins Zentrum.
P+R Johan Cruijff ArenA: in Zuidoost, beim Stadion, mit der Metro ins Zentrum. Bei Spielen und Veranstaltungen für P+R geschlossen.
P+R RAI: in Zuid, mit der Metro 52 direkt zum Amsterdam Hauptbahnhof. Liegt außerhalb der Umweltzone und ist während Messen geschlossen.
P+R Sloterdijk und P+R Bos en Lommer: auf der Westseite, mit Zug oder Bus ins Zentrum.
P+R Noord und P+R Zeeburg: in Amsterdam-Noord und im Osten. Zeeburg I ist der einzige Platz, auf dem Sie mit Wohnmobil oder Reisebus stehen dürfen, wobei das Übernachten im Wohnmobil untersagt ist.
Keine Reservierung möglich: Sie können vorab keinen Platz buchen und auch nicht telefonisch erfragen, ob noch Raum ist. Kommen Sie bei Andrang lieber früh.
Parkhäuser in der Innenstadt
Möchten Sie dennoch näher am Zentrum stehen, ist ein Parkhaus fast immer sinnvoller als die Straße.
Nur im Parkhaus: in praktisch dem gesamten Gebiet innerhalb des Autobahnrings A10 ist Parken realistisch nur noch in Parkhäusern eine Option.
Rechnen Sie mit hohen Tarifen: manche Parkhäuser im Zentrum verlangen über 13 Euro pro Stunde, doch nahezu alle haben ein Tagesmaximum. Für einen ganzen Tag fahren Sie im Parkhaus also oft günstiger als auf der Straße.
Faustregel: kurzes Parken ist auf der Straße meist billiger, ein ganzer Tag dagegen im Parkhaus. Vergleichen Sie vorab das Tagesmaximum mit dem zu erwartenden Straßentarif.
Online reservieren: beim Parkhaus P1 gegenüber dem Amsterdam Hauptbahnhof erhalten Sie Rabatt, wenn Sie vorab einen Platz buchen. Auch andere Anbieter arbeiten über eine App mit günstigeren Tarifen.
Praktisches
Ein paar Regeln und Gepflogenheiten, die Sie in Amsterdam kennen sollten.
Bezahlt wird mit Karte: an den Parkautomaten und auf den P+R-Plätzen zahlen Sie mit Bank- oder Kreditkarte. Bargeld wird nicht mehr angenommen.
Kennzeichen statt Ticket: an vielen Schranken wird Ihr Kennzeichen erfasst und Sie erhalten keine Parkkarte. Verwenden Sie in dem Fall bei der Einfahrt auch keine Bankkarte.
Vergessen Sie das Abmelden nicht: parken Sie über eine App, melden Sie Ihr Auto auch wieder ab. Ein Nachzahlungsbescheid ist in Amsterdam eine teure Lehre.
Prüfen Sie die Schilder: Tarife und Gebührenzeiten unterscheiden sich je Zone und ändern sich regelmäßig, sogar innerhalb desselben Stadtteils.
Umweltzone: im Zentrum gilt eine Umweltzone mit Einschränkungen für ältere Diesel. Benzin- und Gasfahrzeuge dürfen 2026 weiterhin hinein.
Wo kann ein Reisebus in Amsterdam halten und parken?
Reisebusse über 7,5 Tonnen dürfen die Amsterdamer Innenstadt innerhalb des Rings S100 nur mit Ausnahmegenehmigung befahren; ohne Genehmigung steigen Fahrgäste am Rand der Innenstadt, an der De Ruijterkade Oost und an mehreren Bahnhöfen ein und aus.
Parken: Busparkplätze gibt es am Stadtrand, oft an einem Bahnhof, sodass man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfährt.
Mehr Informationen: alle Halte- und Parkplätze und Regeln auf amsterdam.nl (Englisch).