De Wallen ist das bekannteste Rotlichtviertel der westlichen Welt und zugleich der älteste und einer der schönsten Teile von Amsterdam.
Zwei Gesichter in einem Viertel
Wer sich nur vom Ruf leiten lässt, verpasst, worum es in diesem Viertel wirklich geht.
Der rote Schein: das Viertel verdankt seinen Beinamen dem roten Neonlicht der Fenster, das sich abends stimmungsvoll im Wasser der Grachten spiegelt. Es ist eine der bekanntesten kostenlosen Freiluftattraktionen der Stadt.
Das älteste Stück Amsterdam: hinter diesem Image verbirgt sich der mittelalterliche Kern der Stadt, mit verwinkelten Kopfsteinpflastergassen, überhängenden Giebeln und der gotischen Oude Kerk aus dem dreizehnten Jahrhundert als Mittelpunkt.
Ein ganz normales Wohnviertel: zwischen den Fenstern und Bars leben Hunderte Amsterdamer, deren Kinder hier zur Schule gehen. Das erklärt auch, warum die Stadt streng gegen Belästigungen vorgeht.
Immer mehr Gastronomie und Läden: klassische braune Cafés, gute Restaurants und angesagte Geschäfte haben dem Viertel in den letzten Jahren nach und nach ein anderes Gesicht gegeben.
Regeln, an die Sie sich halten müssen
Die Stadt hat in den vergangenen Jahren deutlich eingegriffen, um die Belästigungen einzudämmen. Diese Regeln gelten für alle, auch für Anwohner.
Fotografieren ist verboten: machen Sie niemals Fotos oder Videos von den Sexarbeiterinnen hinter den Fenstern. Das ist streng untersagt und wird konsequent durchgesetzt, sowohl von den Frauen selbst als auch vom Sicherheitspersonal.
Keine Führungen an den Fenstern: organisierte Touren entlang der Fenster sind seit 2020 verboten. Touren, die sich der Geschichte des Viertels widmen, sind weiterhin erlaubt.
Kein Joint auf der Straße: seit 2023 gilt im gesamten Wallengebiet sowie auf dem Dam, dem Damrak und dem Nieuwmarkt ein Rauchverbot für Cannabis auf der Straße, bei einem Bußgeld von 100 Euro. Auf den Terrassen der Coffeeshops ist es weiterhin erlaubt.
Kein Alkohol auf der Straße: im selben Gebiet gilt schon länger ein Alkoholverbot auf der Straße, und Geschäfte dürfen von Donnerstag bis Sonntag ab 16.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.
Vorverlegte Sperrstunden: am Wochenende schließen die Fenster um 03.00 Uhr statt um 06.00 Uhr und die Cafés um 02.00 Uhr, wobei ab 01.00 Uhr keine neuen Gäste mehr eingelassen werden.
Benehmen Sie sich: Grölen, Wildpinkeln und die Belästigung von Anwohnern oder Sexarbeiterinnen ziehen Bußgelder nach sich, die schnell dreistellig werden.
Ein Viertel im Wandel
De Wallen, wie sie jahrzehntelang bekannt waren, sind im Begriff zu verschwinden.
Immer weniger Fenster: seit 2010 wurde landesweit etwa jedes dritte Fenster geschlossen, und auch in Amsterdam nimmt die Zahl der Arbeitsplätze stetig ab.
Pläne für ein erotisches Zentrum: die Stadt arbeitet an einem neuen erotischen Zentrum außerhalb der Innenstadt, dessen Eröffnung frühestens um 2028 erwartet wird. Mit dessen Ankunft sollen Fenster auf den Wallen schließen.
Geteilte Meinungen: Sexarbeiterinnen und Unternehmer wehren sich gegen die Maßnahmen, weil diese ihrer Ansicht nach vor allem ihre Arbeit treffen und nicht die Verursacher der Belästigungen.
Kommen Sie bald? Was Sie heute sehen, kann in einigen Jahren ganz anders aussehen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass jeder Reiseführer oder jedes Video im Netz noch aktuell ist.
Live-Shows
Für alle, die mehr wollen als nur schauen, gibt es im Viertel einige bekannte Adressen für erotische Shows.
Casa Rosso
Casa Rosso ist eines der bekanntesten erotischen Theater von Amsterdam und liegt mitten in De Wallen, dem historischen Rotlichtviertel der Stadt. Das Theater befindet sich bereits seit 1969 an ...
Moulin Rouge ist ein bekanntes Erotiktheater mitten auf De Wallen, dem berühmten Rotlichtviertel von Amsterdam. In einem historischen Grachtenhaus werden bereits seit vielen Jahren erotische ...
Die Bananen Bar ist ein bekanntes erotisches Ausgehlokal an der Oudezijds Achterburgwal, mitten in De Wallen, dem berühmten Rotlichtviertel von Amsterdam. Das Lokal fällt durch sein tropisches ...
Wenn Sie das Viertel wirklich verstehen möchten, erzählen diese Orte die Geschichte hinter den Fenstern.
Red Light Secrets, Museum der Prostitution
Möchten Sie einen Blick in ein Prostitutionszimmer werfen, ohne selbst eine Prostituierte zu besuchen? Tauchen Sie ein in die verborgene Welt der Amsterdamer Prostitution im Red Light Secrets, ...
In einem alten Lagerhaus mitten im Rotlichtviertel gelegen, lädt das Erotikmuseum zu einer Entdeckungsreise durch die erotisch geprägten Seiten Amsterdams ein. Mit roten Neonbuchstaben, die ...
Entdecken Sie das berühmte Amsterdamer Rotlichtviertel, besser bekannt als Die Wallen, auf eine respektvolle und sichere Weise mit unserer geführten Rotlichtviertel Führung. Diese Tour bietet ...
Die Gegend rund um die Wallen bietet erheblich mehr als nur die bekannten Fenster.
Die Warmoesstraat: eine der ältesten Straßen der Stadt, mit Sexshops, Schwulenbars und Darkrooms, zugleich aber auch mit ganz gewöhnlichen Cafés und Lokalen.
Zeedijk und Chinatown: diese Straße führt Sie direkt in das asiatische Viertel von Amsterdam, mit dem eindrucksvollen Fo-Guang-Shan-He-Hua-Tempel und Dutzenden chinesischen, thailändischen und vietnamesischen Restaurants.
Der Nieuwmarkt: der Platz mit der mittelalterlichen Waag in der Mitte gehört zu den gemütlichsten Terrassenplätzen des Zentrums, samstags mit einem Biomarkt.
In Gehweite: auch der Waterlooplein mit seinem Flohmarkt und der Dam liegen nur wenige Minuten entfernt.
Tipps für Ihren Besuch
Ein paar praktische Hinweise sorgen dafür, dass Ihr Besuch eine gute Erfahrung wird.
Gehen Sie abends: tagsüber ist das Viertel vor allem ein ganz normaler, schöner alter Stadtteil. Erst nach Einbruch der Dunkelheit kommt die typische Atmosphäre auf, und gegen 03.00 Uhr ebbt sie wieder ab, wenn alles schließt.
Nicht als erstes Ziel: beginnen Sie Ihren Städtetrip lieber woanders, denn die Wallen vermitteln ein verzerrtes Bild von Amsterdam und den Niederlanden.
Gehen Sie nicht allein: besuchen Sie das Viertel am besten zu zweit oder in einer kleinen Gruppe, dann ziehen Sie weniger unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich.
Kaufen Sie nichts von Straßendealern: was sie anbieten, ist illegal, oft gefälscht und manchmal schlicht gefährlich. Dasselbe gilt für gebrauchte Fahrräder, die Ihnen auf der Straße angeboten werden.
Achten Sie auf Taschendiebe: gerade im Gedränge der schmalen Gassen sind sie unterwegs.
Sicherer als es aussieht: trotz des rauen Erscheinungsbilds ist das Viertel in der Praxis sicher, mit dauerhaft präsenter Polizei und Sicherheitspersonal.
Lage
Amsterdam hat drei Prostitutionsgebiete, von denen De Wallen mit Abstand das größte und bekannteste ist.
Das Hauptgebiet: östlich des Damrak, umschlossen von der Warmoesstraat, der Zeedijk, dem Nieuwmarkt und dem angrenzenden Chinatown. Das Gebiet misst etwa 300 mal 250 Meter.
Die wichtigsten Straßen: die Oudezijds Voorburgwal und die Oudezijds Achterburgwal sind die beiden Grachten, an denen sich die meisten Fenster befinden.
Die zwei anderen Gebiete: ein kleineres Gebiet am Singel zwischen der Raadhuisstraat und dem Hauptbahnhof sowie die Ruysdaelkade in De Pijp, hinter dem Rijksmuseum.
So kommen Sie hin: vom Hauptbahnhof sind es keine zehn Minuten zu Fuß, und mit Tram oder Metro sind Sie in wenigen Minuten dort.
Die Niederlande setzen seit Langem auf Regulierung statt auf Verbote, und das erklärt, warum die Wallen so sind, wie sie sind.
Legal seit 2000: im Oktober 2000 wurde das Bordellverbot aufgehoben, wodurch Sexarbeit ein gewöhnlicher Beruf wurde. Seither zahlen Sexarbeiterinnen auch ganz normal Steuern.
Reguliert und kontrolliert: Betreiber benötigen eine Genehmigung, und der Staat achtet auf sichere Arbeitsbedingungen und den Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Mindestalter: Sexarbeiterinnen müssen in Amsterdam mindestens 21 Jahre alt sein, strenger als die landesweite Regel von 18 Jahren.
Die Kehrseite: trotz der Regulierung bleiben Menschenhandel und Ausbeutung ein hartnäckiges Problem, und das ist ein wesentlicher Grund für die derzeitige Politik der Stadt.
Mehr erfahren
Wenn Sie hinter die Fassade blicken möchten, finden Sie im Viertel selbst verlässliche Informationen.
Das Prostitutions-Informationszentrum: das P.I.C. in der Enge Kerksteeg 3 wurde von einer ehemaligen Sexarbeiterin gegründet und erklärt ehrlich und sachlich, worum es bei der Arbeit und im Viertel geht. Sie können ohne Termin hineingehen.
Führungen mit Inhalt: verschiedene Guides bieten Rundgänge an, die sich der Geschichte und der sozialen Seite des Viertels widmen, statt nur an den Fenstern entlangzulaufen.
Museen im Viertel: das Prostitutionsmuseum Red Light Secrets lässt Sie buchstäblich hinter einem Fenster Platz nehmen und vermittelt einen Eindruck der Arbeit aus Sicht der Sexarbeiterin.