Amsterdam Hauptbahnhof: Ankunft, Verbindungen und Einrichtungen
Für nahezu jeden Besucher beginnt Amsterdam hier: in einem palastartigen Bahnhof aus dem neunzehnten Jahrhundert, durch den täglich eine Viertelmillion Menschen strömt.
Der Knotenpunkt der Stadt
Amsterdam Centraal liegt nicht nur dem Namen nach zentral, sondern ist auch die Drehscheibe des öffentlichen Nahverkehrs.
Elf Bahnsteige, fünfzehn Gleise: von hier fahren Züge in nahezu jede niederländische Stadt sowie internationale Verbindungen nach Brüssel, Paris, Berlin und London.
Zu Fuß ins Zentrum: vom Haupteingang gehen Sie in fünf Minuten zum Dam, in zehn Minuten ins Rotlichtviertel und in einer knappen halben Stunde zum Museumplein.
Ausgangspunkt aufs Wasser: zu beiden Seiten des Bahnhofs liegen die Anlegestellen der Grachtenrundfahrten durch die Grachten.
Die Rückseite ist auch eine Vorderseite: auf der IJ-Seite finden Sie die Fähren, die Fahrradgarage und den Blick übers Wasser. Viele Besucher wissen nicht, dass man quer durch den Bahnhof hinausgehen kann.
Das Gebäude selbst
Der Bahnhof ist eine Sehenswürdigkeit für sich und prägt seit über einem Jahrhundert das Gesicht der Stadt vom Wasser aus.
Eröffnet 1889: der Bahnhof wurde von Pierre Cuypers entworfen, demselben Architekten, der auch das Rijksmuseum zeichnete. Beide Gebäude ähneln einander denn auch auffallend, mit ihrem roten Backstein und den neugotischen Türmen.
Auf dem Wasser gebaut: für den Bau wurden drei künstliche Inseln im IJ aufgeschüttet, ruhend auf fast neuntausend Holzpfählen. Damit schnitt der Bahnhof die Stadt allerdings vom offenen Hafen ab.
Damals umstritten: viele Amsterdamer waren entschieden gegen den Standort, gerade weil der Blick aufs IJ verschwand. Diese Diskussion zog sich über Jahre.
Zwei Zifferblätter: auf dem linken Turm sitzt eine Uhr, auf dem rechten eine Windfahne, die die aktuelle Windrichtung anzeigt. Ein Überbleibsel aus der Zeit, als Schiffer das wissen wollten.
Baudenkmal: nach einem Umbau, der über fünfzehn Jahre dauerte, erhielt der Bahnhof eine neue Passage, einen zweiten Eingang auf der IJ-Seite und einen vollständig restaurierten Königlichen Wartesaal.
Von Schiphol zum Hauptbahnhof
Die direkte Zugverbindung mit Schiphol ist mit Abstand die schnellste und günstigste Art, in die Stadt zu kommen.
Fahrzeit: etwa 15 bis 20 Minuten, je nachdem, ob Sie einen Intercity oder einen Sprinter nehmen.
Was es kostet: eine einfache Fahrt in der zweiten Klasse kostet rund €6. Kinder von 4 bis 11 Jahren fahren günstig mit einem Railrunner, Kinder unter 4 Jahren kostenlos.
Wie oft: tagsüber fahren bis zu acht Züge pro Stunde, nachts etwa einer pro Stunde. Auch bei später Landung kommen Sie also in die Stadt. Sehen Sie sich den aktuellen Fahrplan an.
Mit der Bankkarte zahlen: am einfachsten checken Sie mit Ihrer kontaktlosen Bankkarte oder Ihrem Handy über OVpay ein und aus. Vergessen Sie das Auschecken bei der Ankunft nicht.
Oder vorab kaufen: Tickets erhalten Sie an den gelben Automaten, am Schalter oder hier online.
Einrichtungen im Bahnhof
Der Bahnhof ist inzwischen ein kleines Einkaufszentrum, in dem Sie nahezu alles erledigen können, bevor Sie in die Stadt gehen.
Tickets und Auskunft: Dutzende Automaten für Inlandsfahrten, dazu Informationsschalter an den Eingängen. Internationale Tickets kaufen Sie im Service Center.
Gepäck loswerden: die Gepäckschließfächer sind rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche zugänglich. Wer günstiger fahren will, findet alternative Gepäckaufbewahrung fünf Gehminuten entfernt.
Essen und einkaufen: ein Supermarkt, mehrere Cafés, Fastfood, eine Buchhandlung und eine Wechselstube, alles innerhalb der Bahnhofspassage.
Mit dem Rad: eine riesige unterirdische Fahrradgarage, die in den ersten 24 Stunden kostenlos ist, dazu eine Fahrradwerkstatt und Fahrradverleih.
Mit dem Auto: es gibt mehrere Parkhäuser direkt am Bahnhof, auch wenn das in Amsterdam eine teure Lösung ist.
Fundbüro: der Schalter dafür befindet sich bei den Gepäckschließfächern.
Was rund um den Bahnhof liegt
Sie müssen nicht weit gehen, bis Ihnen etwas Sehenswertes begegnet.
Touristeninformation: gegenüber dem Haupteingang sitzt im weißen hölzernen Kaffeehaus das I Amsterdam Visitor Centre, links davon das Informationsbüro des Verkehrsbetriebs GVB.
Aussicht ohne Eintritt: die Öffentliche Bibliothek liegt fünf Gehminuten östlich und hat eine Dachterrasse mit einem der schönsten Panoramen über die Stadt. Frei zugänglich.
Kostenlos mit der Fähre: hinter dem Bahnhof legen die Fähren nach Amsterdam-Noord ab, wo der A'DAM Turm und die NDSM-Werft auf Sie warten.
Einkaufen beginnt hier: der Damrak führt vom Bahnhof direkt zum Dam, und der Nieuwendijk sowie die Haarlemmerstraat liegen gleich um die Ecke.
Braune Cafés: die Zeedijk beginnt zwei Gehminuten entfernt und zählt einige der ältesten Lokale der Stadt. Siehe unsere Seite zu Essen und Trinken.
Hotels am Bahnhof
Verschiedene Hotels liegen so nah am Bahnhof, dass Sie Ihren Koffer direkt dorthin rollen.
Budget: das Ibis Amsterdam Centre ist das nächstgelegene Hotel und steht auf der Bahnhofsinsel selbst.
Achten Sie auf Lärm: direkt am Stationsplein ist es bis spät belebt. Bitten Sie um ein Zimmer zur Rückseite, wenn Sie einen leichten Schlaf haben.
Oder etwas weiter weg: in Stadtteilen wie Noord oder Oost zahlen Sie deutlich weniger und sind mit Fähre oder Metro in einer Viertelstunde zurück. Siehe unsere Tipps für Touristen.
Ein paar Dinge, die Sie hier besser vorher als hinterher wissen.
Achten Sie auf Taschendiebe: der Bahnhof und der Stationsplein gehören zu den Orten in den Niederlanden, an denen am meisten gestohlen wird. Tragen Sie Ihre Tasche vorn und das Handy nicht in der Gesäßtasche.
Am Automaten abdecken: verdecken Sie Ihre PIN beim Ticketkauf und stecken Sie das Portemonnaie sofort weg.
Kommen Sie rechtzeitig: rechnen Sie bei der Abfahrt eine Viertelstunde extra für den Weg durch die Passage und den Wechsel zum Bahnsteig ein.
Vergessen Sie das Auschecken nicht: bei Zug, Tram und Metro checken Sie sowohl ein als auch aus. Ohne Auscheckvorgang zahlen Sie ein Bußgeld oder den Höchsttarif.
Die Nachtbusse: nachdem Tram und Metro gegen 00.30 Uhr einstellen, fahren die Nachtbusse von GVB von hier ab. Siehe unsere Seiten zum öffentlichen Nahverkehr und zum Nachtleben.
Kaufen Sie nichts auf der Straße: rund um den Bahnhof werden gebrauchte Fahrräder und Tickets angeboten, die fast immer gestohlen oder ungültig sind.